Das Internationale Trickfilmfestival (ITFS) präsentiert sich auch in diesem Jahr vom 4. bis 9. Mai online. Außerdem startet das Hinterhof-Kino wieder und bringt auf der Leinwand Filme zu ausgewähltem Publikum.

 

 

„Wir bedauern es wirklich sehr, auch in diesem Jahr nicht vor Ort präsent zu sein“, sagt Ulrich Wegen­ast, Künstlerischer Geschäftsführer ITFS auf die Frage, wie sehr das Anwesendsein auf und rund um den Schlossplatz sich auf das Internationale Filmfestival auswirke. Man wolle nicht nur sichtbar sein im Stadtbild. „Uns fehlen zum einen die direkten Begegnungen mit den Fans, Filmemacherinnen und Filmemachern und dem Publikum. Zum anderen möchten wir als Kulturveranstalter die Branche mit ihren Dienstleistern und Kulturstätten unterstützen.“

Die Veranstaltung ist seit 1982 mit dem Fachkongress „FMX – Conference on Animation, Effects, Games and Immer­sive Media“ ein Highlight in der Landeshauptstadt. In den vergangenen 40 Jahren ist das Festival gewachsen, vielen Stuttgartern ist vor allem die Großleinwand ab Mai auf dem Schlossplatz in Erinnerung. Im vergangenen Jahr war man als eines der ersten Festivals direkt betroffen von den Einschränkungen der Corona-Pandemie. „Und wir haben uns entschlossen, das Festival online stattfinden zu lassen“, so Ulrich Wegenast. „Ein für uns mutiger Schritt, aber wir waren überwältigt von der hohen Nachfrage und dem positiven Feedback unserer Teilnehmenden und den Filmschaffenden.“

Trotz der digitalen Ausrichtung kam vor allem durch das Programm im Livestream eine vielleicht neue Art von Festival-Flair auf. „Außerdem haben wir festgestellt, dass wir auch durch das Online-Festival Menschen erreichen können, die bisher nicht zum Festival kommen konnten, sei es aufgrund der Entfernung, finanziellen oder sonstigen Barrieren.“ Bereits im vergangenen Jahr brachte ein Projekt laufende Bilder in Stuttgarts Hinterhöfe. Anna Brumm hat zusammen mit Christoph Baumeister und Philipp Kaiser ein Konzept entwickelt, das vom Kulturamt, durch die Stadtwerke Stuttgart, die GLS Bank und die GTÜ finanziell unterstützt worden ist. Weiterhin konnten über eine Crowdfunding-Aktion Spenden gesammelt werden. „Und dieses Jahr haben wir nochmals zwei Förderungen bekommen.“ „Wir brauchen eigentlich nicht viel, trotzdem schaffen wir es nicht, in jeden Bezirk zu kommen.“ Das Konzept stellt sogenannte „benachteiligte“ Stadtteile oder Wohngebiete in Stuttgart ebenso in den Fokus wie Einrichtungen für Menschen mit Behinderung (bhz).

Elfmal wird die Hinterhofkino GbR die vier mal 2,50 Meter große Leinwand auf das Lastenrad packen und zehn Kurzfilme zu einem Publikum bringen, das meistens überrascht ist. „Wir verteilen am Vortag in den Häusern Flyer, dass wir am Folgetag kommen.“ Immer werde man sehr freundlich aufgenommen, „und man schaut uns schon beim Aufbau zu“. Eine ganz besondere Atmosphäre sei es, wenn die Zuschauer auf den Balkonen stehen und extra für die kommenden 60 Minuten Popcorn gemacht oder besorgt hätten. „Man kann auch eine Sitzgelegenheit mitbringen und mit Abstand zu den anderen zuschauen.“

Wichtig und notwendig ist der Initiative, dass die Kurzfilme, die nicht länger als zehn Minuten sind, für Kleinkinder ebenso geeignet sind wie für Jugend­liche, Familien und Senioren – also Freigabe ohne Altersbeschränkung – und für alle leicht verständlich sind. Bei der Filmauswahl wird die Hinterhofkino GbR von Filmemachern wie dem Black Forest Collective, dem Studio Film Bilder, der Film AK und weiteren unterstützt. Klar ist, dass der Beginn erst im Mai oder Juni sein wird. „Die Voraussetzung ist, dass es zum Filmstart bereits dämmert.“ Und logisch ist auch, dass das Wetter stimmen muss – aber da ist das Hinterhof-Team flexibel. Wenn die Vorhersage nicht gut ist, wird verschoben, und die Flyer werden eben erst später verteilt.

 

 

Trickfilmfestival online und Hinterhof-Kino

Der ITFS-Livestream bringt das „Schlossplatz-Open-Air“ auf den heimischen Bildschirm: täglich von 14 bis 22 Uhr – ab 4. bis 9. Mai – wird ein buntes Programm mit Kurz- und Langfilmen sowie Live-Interviews gesendet. Den Beginn macht das Familien- und Kinderprogramm, ab 17 Uhr werden dann Filme und animierte Musik­videos für Erwachsene gezeigt. Filme, Workshops. Alle Termine findet man unter: www.itfs.de. Das „Hinterhof-Kino“ kann man nicht einfach so bestellen, man erfährt über ausgelegte Flyer, ob es ab Mai vorbeikommt. Aber: zwei Open-Air-Kinotermine im öffentlichen Raum, die noch angekündigt werden, wird’s 2021 geben. Mehr unter: www.hinterhofkino.de.