Zwei Stuttgarter Schulen berichten, wie sie den Unterricht derzeit meistern – und dass immer noch iPads fehlen.

 

 

„Wir mussten im Frühjahr 2020 quasi von null auf hundert alles arrangieren und waren nicht vorbereitet“, erklärt Solveig Krishnasamy, Klassenlehrerin einer sechsten Klasse an der Grund- und Werkrealschule Gablenberg (GWRS Gablenberg) in Stuttgart-Ost. „Wir Lehrkräfte mussten uns der neuen Herausforderung stellen, den Unterricht so gut wie möglich online zu gestalten. Das Wichtigste ist, die Kinder zu motivieren.“ Selbst Schüler, die es anfangs gar nicht so schlecht fanden, zu Hause zu lernen, würden sehr schnell gemerkt haben, wie wichtig die Schule in Sachen Struktur und soziale Kontakte sei. „Eine der größten Herausforderungen war es auch, den Online-Unterricht technisch unter Einhaltung aller Datenschutzrichtlinien zu ermöglichen“, erzählt Krishnasamy.

„Wir Lehrkräfte nutzen unsere privaten Endgeräte, Schüler meist Smartphones sowie Endgeräte der Eltern. Wenn mehrere Geschwisterkinder in verschiedenen Klassenstufen jedoch gleichzeitig am Unterricht teilnehmen wollen, gestaltet sich dies schwierig. Uns wurden iPads für solche Fälle versprochen, aber bisher haben wir diese nicht erhalten.“ Mittlerweile habe man aber an der GWRS Gablenberg ein gutes Konzept erarbeitet. „Ich versuche alle Kinder und Jugend­lichen mitzuziehen“, betont die Klassenlehrerin, „aber: Kinder, die bereits im Präsenzunterricht nicht richtig mitgekommen sind, haben auch jetzt Probleme. Schwierig ist es auch bei Schülern, die sich sehr gut entwickelt hatten, aber nun wieder Rückschritte machen, weil beispielsweise Endgeräte fehlen.“ Hier versucht Krishnasamy die Schüler telefonisch zu erreichen, so dass sie nicht abgehängt werden.

Fortschritte erhoffe man sich in Sachen selbstständiges Arbeiten und Eigenmotivation. Auch die Eltern würden sich stets freuen, mit den Lehrkräften zu sprechen. „Viele schütten uns ihr Herz aus. Man merkt die extreme Belastung und es kommen teils existenzielle Ängste hinzu bei den Familien“, so Krishnasamy. „Wir freuen uns alle, wenn es mit dem Präsenzunterricht wieder richtig losgehen kann, und ich bin sehr dankbar, dass wir alle an einem Strang ziehen.“

Auch am Königin-Katha­rina-Stift (KKSt) war die Umstellung auf den Online-Unterricht schwierig, wie Schuldirektorin Kathrin von Vacano-Grohmann mitteilt: „Über das Stadt­medienzentrum haben wir beispielsweise Laptops organisiert für Schüler, so dass niemand ausgeschlossen bleibt.“ Auch am KKSt warte man bisher vergeblich auf iPads. „Bis zu den Sommerferien waren wir dann gut aufgestellt“, so die Schuldirektorin. „Die Schultage haben seitdem eine viel bessere Struktur, auch aufgrund der Lernplattform Moodle. Es wird nach Stundenplan gearbeitet, Schulaufgaben werden hochgeladen.“ Alle Datenschutzrichtlinien seien umgesetzt worden – in der Regel sind die Schüler nicht per Kamera zu sehen.

 

 

Ihre Meinung

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