Ein Stück Normalität kehrt in das Stuttgarter Vereinsleben zurück: Sportanlagen sind geöffnet und auch Indoor darf wieder trainiert werden.

 

 

Das lange Warten hat ein Ende: Seit Dienstag, 2. Juni, sind alle öffentlichen und privaten Sportstätten wieder geöffnet – egal ob drinnen oder draußen. Dazu zählen auch Fitnessstudios, Yogastudios, Tanzschulen, Kletterhallen oder Indoorsporthallen. Damit kehrt ein Stück Normalität in den Alltag von Sportlern zurück. Mit dem Programm „Stuttgart bewegt sich – mit Abstand aktiv!“ passt die Stadt Stuttgart ihre Bewegungsangebote an die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg an. Damit bietet sie den Stuttgarterinnen und Stuttgartern vom Kita- bis zum Seniorenalter wieder die Möglichkeit, kostenlos professionell angeleitete Sportangebote mit begrenzter Teilnehmerzahl im Freien zu besuchen.

Die Sport- und Bewegungsangebote für Erwachsene und Kinder werden am Freitag, 5. Juni, 11 Uhr, beim TSV Steinhaldenfeld offiziell eröffnet. „Wir sind angehalten, die Intensität beim Training moderat zu halten“, sagt Marten Gubernath, Bereichsleiter Erwachsenensport beim Fitness- und Gesundheitszentrum Vitadrom in Feuerbach. Dort finden nun wieder regulär Kurse statt. „Da pro Trainingsteilnehmer zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, haben wir unseren gesamten Gerätepark auseinandergetragen und teilweise ins Untergeschoss verlegt“ erläutert Gubernath. Ebenso fahre die Kinder- und Jugendsportschule wieder ihren Betrieb hoch. Auch die „Stuttgart Scorpions“, die im Gazi-Stadion auf der Waldau trainieren, kehren aufs Feld zurück. Wie alle Mannschaftssportler traf die American Footballer die Abstandsregelung besonders hart. Statt Körperkontakt stehen in Zeiten der Pandemie Einzelübungen auf dem Plan, erklärt Pressesprecher Sebastian Mühlenhof.

„Aufs Feld dürfen gleichzeitig maximal 30 Leute, die in Fünfer-Kleingruppen auf sechs Bereiche aufgeteilt werden. Mittendrin ist ein Korridor, wo sich die Trainer aufhalten.“ Die Hauptaufgabe sei es derzeit, fit zu bleiben – bis die Regierung sagt, Mannschaftssport ist wieder in vollem Umfang möglich. Als erstes steigen die Männer vom „Flagpack“ und die Damenmannschaft „Sisters“ wieder ins Training ein. Am 1. Juli startet die Herrenmannschaft, die in der German Football League (GFL) vertreten ist. „Das Problem in der GFL ist, dass die Teams aus ganz Deutschland kommen und die Lockerungen in anderen Bundesländern weiter sind“, so Mühlenhof. „Mancherorts dürfen Mannschaften wieder gemeinsam trainieren. Dadurch entsteht für uns natürlich ein Nachteil.“ Die Liga startet am 5. September. Bis 15. Juni müssen sich die Scorpions entscheiden, ob sie spielen wollen.

„Wir wissen nicht, wie sich die Lockerungen in Baden-Württemberg entwickeln. Wir müssen abwarten“, so Mühlenhof. Die Profi-Spieler wurden auf Kurzarbeit umgestellt. Gerade die ­Import-Spieler haben es schwer, weiß Mühlenhof. „Wir schauen uns derzeit nach Möglichkeiten für die Spieler um, sie kurzzeitig in anderen Jobs zu beschäftigen“, sagt er. Marten Gubernath von der Sportvereinigung Feuerbach sagt: „Die Hoffnung des organisierten Sports ist es, dass die Fallzahlen der Infizierten zurückgehen, wie sie es bisher tun.“

 

 

Die Regeln im Überblick

Bereits seit 11. Mai ist Sport auf Freiluftanlagen unter Auflagen erlaubt. Seit dem 2. Juni darf auch Indoor trainiert werden. Es gelten die bekannten Hygienevorschriften und Abstandsregeln. So müssen jedem Sportler oder Kursteilnehmer zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Trainierende müssen bereits im Sportoutfit kommen. Umkleidekabinen, Duschräume und Saunen bleiben geschlossen. Verboten bleibt außerdem das Training von Sport- und Spielsituationen mit direktem Körperkontakt. Auch intensives Ausdauertraining in geschlossenen Räumen bleibt weiter tabu. Infos unter: www.stuttgart-bewegt-sich.de