Zum Kinderbuchklassiker „Die Häschenschule“ hat die Künstlerin Julia Walther für den Esslinger Verlag eine neue Geschichte gedichtet und gemalt.

 

 

Fällt Ostern ins Wasser? Während des Unterrichts werden die Hasenkinder in der Häschenschule von einem Unwetter überrascht – dabei gehen alle Ostereier kaputt. Jetzt gilt es Lösungen zu finden.

Ab in ein spannendes Oster-Abenteuer geht es im Buch „Ostern in der Häschenschule“ nach Albert Sixtus, die die Ostfilderner Künstlerin Julia Walther mit zauberhaften Bildern – in Aquarell und Tusche – sowie eigenen Versen versehen hat. Es ist übrigens die Fortsetzung der Wintergeschichte von Albert Sixtus, die sie auch mit ihren Bildern zum Leben erweckt hat. „Ich habe mich sehr über die Zusammenarbeit mit dem Esslinger Verlag gefreut, da ich die Geschichten noch aus meiner Kindheit kenne und ich mich dem nostalgischen Stil sehr verbunden fühle“, erklärt die Illustratorin. „Es gibt zwar sechs Geschichten aus der Häschenschule, aber noch keine richtige Ostergeschichte. Dann kam eins zum anderen“, sagt sie lachend.

Die Bilderbuch-Künstlerin fügt sich ein in die Reihe dieser nostalgischen Geschichten, trifft mit ihren Versen den heiteren Ton des Originals. Versform, Metrik und Reim hat sie vom Original übernommen. Kleine Veränderungen hat sie inhaltlich und gestalterisch mit eingebracht: „Die Häschenschule von Sixtus feiert in drei Jahren ihr 100-jähriges Bestehen, da dachte ich mir: Warum nicht etwas frischen Wind reinbringen“, meint die Literatur-, Übersetzungs- und Buchwissenschaftlerin.

„Da Bücher die Fantasie und Vorstellungen von Menschen prägen, sehe ich mich in der Verantwortung, die Geschichte einen Hauch zeitgemäßer darzustellen – auf ein Stückchen heile Welt dürfen sich die Leser trotzdem freuen. Die Häschenschule von Albert Sixtus ist nostalgisch, was mich sehr fasziniert. Aber es ist nicht mehr unsere Schulwelt und in Sachen Gleichberechtigung hat sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt. Vor allem Rollenklischees habe ich daher ganz sanft auf­gebrochen: Beispielsweise sind in meinen Bildern zur Wintergeschichte auch Mädchen flott mit den Skiern unterwegs. Außerdem leitet nun eine Häsin die Osterwerkstatt als weiblicher Gegenpart zum Lehrer“, erzählt Julia Walther, die selbst Mutter eines Sohnes ist.

„Manches muss einfach nicht selbstverständlich sein, daher habe ich subtile Veränderungen eingebaut.“ Bücher prägten auch sie von klein auf: „Meine Mutter erzählt mir heute noch, dass ich als kleines Mädchen kleine Büchlein selbst gestaltet und sogar gebunden habe. Außerdem bin ich mit ganz vielen Büchern aufgewachsen. Hinzu kommt, dass mein Uropa Kunstprofessor war, meine Mutter Kunsterzieherin und meine Oma Töpferin. Also war diese kreative, künstlerische Welt immer sehr präsent und ich wusste früh, dass ich irgend­etwas mit Büchern machen wollte. Ich liebe bis heute alles, was mit Papier zu tun hat – auch wenn die digi­tale Welt ziemlich aufholt. Aber das Gefühl, zusammenzusitzen und gemeinsam die Seiten eines Buches durchzublättern, ersetzt nichts.“

 

 

Zur Person

Julia Walther, geboren 1977, studierte Literatur-, Übersetzungs- und Buchwissenschaft in Deutschland und Irland. Nach der Promotion beschloss sie, ihre Liebe zum Zeichnen und Aquarellieren auch beruflich umzusetzen. Sie arbeitet heute als freie Illustratorin und Übersetzerin im Raum Stuttgart. Julia Walther: „Ostern in der Häschenschule“, Bilderbuch ab vier Jahre, ISBN 978-3-480-40148-2, Esslinger Verlag 2021.