10. oder 21. Mai 1788? Der Geburtstag der Königin Katharina von Württemberg wird in Stuttgart hochgehalten. die Grabkapelle auf dem Württemberg erinnert an die beliebte Königin, die vor 232 Jahren als Zarentochter geboren wurde.

 

 

Im Mai vor 232 Jahren wurde Ekaterina Pawlowna Romanowa, die spätere Königin Katharina von Württemberg, als russische Zarentochter geboren. Je nach Kalender war es der 10. Mai – zählt man nach dem älteren julianischen Kalender – oder der 21. Mai 1788, wenn man nach dem heut gültigen gregorianischen Kalender vorgeht. Die Grabkapelle auf dem Württemberg erinnert an die beliebte Königin. Ihr Witwer König Wilhelm I. von Württemberg ließ das weithin sichtbare Mausoleum nach ihrem frühen Tod errichten.

Normalerweise feiern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg den Geburtstag der beliebten Königin mit einem „Katharinenmonat“ – 2020 ist alles anders. Als das junge Königspaar Wilhelm I. und Katharina frisch vermählt nach Württemberg kamen, waren die Württemberger schnell von der hübschen und klugen Königin begeistert. Für beide war es die zweite Ehe – und es war wohl eine Liebesheirat. Und als das Königspaar in dem Land, in dem durch Kriege, Schlechtwetter-Perioden und Missernten Hunger und Not herrschte, schnell sichtbare Maßnahmen ergriff, um soziale und wirtschaftliche Verbesserungen zu erreichen, wuchs die Begeisterung noch an.

Der Aufbau und Ausbau von Schulen gehörte dazu, die Gründung des Stuttgarter Katharinenhospitals, aber auch die Stiftung des „Landwirtschaftlichen Hauptfestes“ in Cannstatt, die Keimzelle des heutigen Volksfestes vor über 200 Jahren. Gerade mal drei Jahre nach der Hochzeit starb die junge Königin. Ihr überraschender Tod versetzte das ganze Land in große Trauer und Bestürzung. König Wilhelm I. ließ für den Bau ihres Mausoleums die Mauern der alten Stammburg der Herrscherfamilie über dem Neckar schleifen. Genau hier auf der Bergkuppe des Württembergs entstand die Grabkapelle für Katharina Pawlowna. Der Württemberg mit seiner besonderen Atmosphäre und mit der grandiosen Aussicht weit in die Flusstäler von Neckar und Rems soll einer der liebsten Orte der Zarentochter in der Umgebung der Hauptstadt Stuttgart gewesen sein.

Ganz sicher aber ist, dass der württembergische König mit dem weithin sichtbaren modernen Bauwerk ein Symbol für ein modernes Königreich setzen wollte. Der Mai ist ein besonderer Monat auf dem Württemberg: Die Abhänge des Neckartals überziehen sich mit frischem Grün, überall blüht es und die Menschen genießen die Maisonne in den Weinbergen rings um die Grabkapelle. Normalerweise feiern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg im Mai einen „Katharinenmonat“ zu Ehren der königlichen Jubilarin: Alle Besucherinnen, die den gleichen Namen wie die Zarentochter tragen, erhielten in den vergangenen Jahren freien Eintritt in die Grabkapelle.

Im Frühjahr 2020, in dem die Grabkapelle wie alle Monumente und kulturtouristischen Ziele wegen der Corona-Epidemie geschlossen ist, muss diese Aktion zur Erinnerung an die königliche Jubilarin ausfallen. Derzeit bereiten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg die Wiedereröffnung der Grabkapelle nach der Corona-Schließung vor.

 

 

Grabkapelle Rotenberg

Aktuell sind die Grabkapelle und der Württemberg wie alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg wegen der Corona-Epidemie nicht zugänglich. Das ebenfalls gesperrte Außengelände soll voraussichtlich am 11. Mai wieder geöffnet werden.

www.grabkapelle-rotenberg.de