Der 50-jährige Professor der Uni Stuttgart ist Experte für Raumklima.

 

 

Mit Simulationen zu besseren Lüftungskonzepten – genau das ist eines der Fachgebiete von Professor Konstantinos Stergiaropoulos und ein Grund, warum er als Leiter des Instituts für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung der Universität Stuttgart vom Wissenschaftsministerium ganz aktuell in den Expertenkreis Aerosole berufen wurde. Am 15. Oktober hat dieser Expertenrat seine Arbeit aufgenommen: „Der Kreis setzt sich aus Experten der Medizin, Hygiene, Virologie, Chemikern und Ingenieuren verschiedener Fakultäten zusammen und wir ergänzen uns sehr gut“, so Prof. Dr.-Ing. Konstantinos Stergiaropoulos.

Das Gremium soll klären, wie die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 in geschlossenen Räumen verringert werden kann. Konstantinos Stergiaropoulos ist 1970 in Sindelfingen geboren und aufgewachsen. Seit 2001 ist er glücklich verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 19 und 16 Jahren. Seit seiner Berufung an die Uni Stuttgart 2016 lebt er auch wieder in Sindelfingen, obwohl er auch in Stuttgart gerne Freunde besucht oder zum Essen ausgeht. 1963 ist sein Vater als Gastarbeiter von Griechenland nach Deutschland gekommen und hat in Sindelfingen bei Mercedes-Benz gearbeitet. 1968 zog seine Mutter nach. Stergiaropoulos selbst hat sowohl einen deutschen als auch einen griechischen Pass. Klar, dass er als Kind nicht nur morgens in die deutsche, sondern zusätzlich nachmittags auch in die griechische Schule gehen musste. Nach dem Abitur startete er 1988 ein Maschinenbaustudium an der Uni Stuttgart, das er 1995 mit Diplom abschloss.

Nach seiner Militärzeit in Griechenland arbeitete er 1996 bei der Forschungs­gesellschaft HLK mbH als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Prüfingenieur. 2002 wechselte er wieder an die Uni Stuttgart und promovierte 2006 mit summa cum laude. Dann arbeitete er bis 2016 bei der Bosch Thermotechnik in verschiedenen Funktionen. Im Juli 2016 ist er dem Ruf der Uni Stuttgart an den Lehrstuhl für Heiz- und Raumlufttechnik gefolgt und leitet seit Juli 2018 das Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung mit circa 50 Mitarbeitern und Sitz am Pfaffenwaldring. „Ich verstehe mich eher als Raumlufttechniker. Als Aerosol-Hero (Anspielung auf die Überschrift) würde ich mich nicht sehen, aber immerhin passt es, schließlich stammen beide Begriffe aus dem Griechischen“, sagt er schmunzelnd.

Aerosole bzw. Partikel und Schadstoffe seien schon immer Bestandteile der Luft, deren Konzentration in der Raumluft es zu begrenzen gilt, so Stergiaropoulos. Die Innenraumluftqualität sei seit vielen Jahrzehnten eine wichtige Zielgröße für Gebäude. Der Fachbereich ist letztlich Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, als das Komfortbedürfnis der Menschen in Gebäuden, aber auch Epidemien vorhanden waren. Ist Uniprofessor sein Traumjob? „Ja, die Arbeit als Professor und die damit einhergehende tägliche Arbeit mit jungen Menschen ist inspirierend“, beantwortet er diese Frage eindeutig. „Ich bin ein geduldiger, zuvorkommender, zuverlässiger und strukturierter Mensch mit einem guten Bauchgefühl“, charakterisiert er sich selbst.

Stergiaropoulos ist ein Fan der asiatischen Kampfkunst: „Die prägt Körper und Geist. Und die japanische Grundhaltung fand ich schon als Jugendlicher bemerkenswert. Als Fußballer lernt man das Team, das Kollektiv zu schätzen.“ In seiner Jugend hat er viel Sport getrieben. „Ich bin nach wie vor dem Fußball als Zuschauer sehr verbunden und fiebere bei meinem VfB Stuttgart in jedem Spiel mit“, outet er sich als großer VfB-Fan.