Das Rosental in Vaihingen ist laut Stuggi-TV die beliebteste Einrichtung zum Schwimmen im Sommer. Das Thema Energiesparen spielt auch in der Bäderlandschaft eine immer größere Rolle.

 

 

Nach der Preisverleihung ist Bärbel Köhler eine Ehrenrunde durchs Freibad Rosental gelaufen – das Schild auf dem in großen Lettern „Top 1 Freibad in Stuttgart“ stand, hat sie dabei hochgehalten. Die Schichtführende Schwimmmeisterin in Vaihingen wollte es allen Badegästen am liebsten persönlich kundtun, dass ihr Bad bei einer Umfrage von Stuggi-TV zum schönsten und besten Freibad in der Stadt gekürt worden ist. Doch trotz des herrlichen Sommerwetters hängt wegen der Energiekrise eine dunkle Wolke über den städtischen Bädern. Alle acht öffentlich zugänglichen Freibäder in der Stadt – von Botnang bis Zuffenhausen – hatten die Mitarbeiter von Stuggi-TV für ihre Umfrage besucht. Bewertet wurden sie nach Kriterien wie Beckenangebot, Sportmöglichkeiten, Sauberkeit, Freundlichkeit und Service. Das Freibad Rosental, mit 7,5 Ar flächenmäßig das größte Bad Stuttgarts, siegte knapp vor dem Inselbad in Untertürkheim.

Den Sprung aufs Treppchen schaffte mit dem dritten Platz das nicht-städtische Bädle des SSV Zuffenhausen. Auf Platz vier landete das Freibad Möhringen, gefolgt vom Freibad des ASV Botnang. Die Plätze sechs und sieben belegten das Höhenfreibad Killesberg und das Bädle in Sillenbuch. Die Besucher im Siegerbad Rosental schätzten vor allem die Urlaubsstimmung und die Weitläufigkeit, berichtet Stuggi-TV-Chefredakteur David Luis Rau bei der Preisverleihung. Auf der riesigen Liegefläche mit vielen Bäumen und mediterranen Kübelpflanzen finde sich selbst an heißesten Tagen immer noch ein Plätzchen. „Wir haben den größten Baumbestand aller Stuttgarter Bäder“, sagte Klaus-Peter Schlipf, der seit 1990 das Freibad Rosental leitet, stolz.

Noch ist die Freibadsaison in vollem Gang. Doch das Ende ist nicht nur im Rosental bereits in Sicht. „Wir schließen, wie in jedem Jahr nach den Sommerferien. Der 11. September ist in diesem Jahr unser letzter Betriebstag“, sagt Schlipf. Aus freien Stücken werde keines der insgesamt 16 Bäder – inklusive der Thermen und Hallenbäder – des städtischen Eigenbetriebs früher oder gar ganz geschlossen, erklärt derweil Jens Böhm von der Presseabteilung der Stuttgarter Bäder.

Aber das Thema Energiesparen betrifft auch den Schwimmbetrieb. „Die Vorgaben lauten, dass in den städtischen Bädern 20 Prozent Energie eingespart werden soll“, sagt Böhm. Eine allzu drastische Absenkung der Wassertemperaturen sei jedoch kaum möglich. „Wir müssen auch attraktiv bleiben. Wenn die Gäste bei 19 Grad Wassertemperatur nicht mehr kommen, fehlen uns die Einnahmen durch die Eintrittsgelder.“ Dass ganze Bäder wegen der Sparmaßnahmen geschlossen werden, hält Böhm zwar für nicht völlig ausgeschlossen, aber auf keinen Fall für richtig. Mehr als 675 000 Besucher – so der Stand am 7. August – seien in diesem Jahr in den fünf reinen Freibädern der Stuttgarter Bäder gewesen. Am Ende werden es wohl rund eine dreiviertel Million Besucher sein, so viele wie vor der Coronapandemie. „Mit den Zahlen sind wir zufrieden, und wir haben noch rund vier Wochen Betrieb vor uns“, sagt Jens Böhm. Die Zahlen zeigten auch die Bedeutung der Freibäder für die Bürger. „Denn wegen der steigenden Kosten können sich viele keinen Urlaub mehr leisten.“

Konkrete Auswirkungen hat die Energiekrise bereits auf die Hallenbäder. Aus Kostengründen werden ab Herbst die Warmbadetage gestrichen. Bäder zuzusperren, hält Jens Böhm für falsch. „Dann bekommen wir noch mehr Kinder, die nicht schwimmen lernen.“

 

 

Stuttgarter Bäder

Mehr Informationen über die von der Stuttgarter Bäder betriebenen Freibäder, Thermen und Hallenbäder gibt es unter: www.stuttgarterbaeder.de.