In der Corona-Pandemie packt die Deutschen, egal, welchen Alters, immer mehr die Wanderlust. Die Ortsgruppe Degerloch des Schwäbischen Albvereins kann derzeit keine Touren oder Ausflüge anbieten, hat aber dennoch neue Mitglieder hinzugewonnen. „Das sind zumeist Paare oder Familien, die auf den von uns betreuten und gepflegten Wegen wandern, sich daran erfreuen und bei uns mitmachen wollen“, sagt Armin Böttle, der mit Gisela Lott und Rupert Manghard das Vorstandsteam bildet.

Degerloch, das 1908 nach Stuttgart eingemeindet wurde, ist heute wegen seiner reizvollen Lage am Rande der Großstadt, umgeben von ausgedehnten Wäldern, Wiesen, Feldern und Weinbergen, ein Wanderparadies. „Im Ramsbachtal meint man glatt, im Urlaub zu sein“, schwärmt Gisela Lott. Und im Süden bieten sich schöne Ausblicke auf die Fil­derebene, ergänzt Vorstandskollege Armin Böttle.


Wilhelm Wegmann, der Degerlocher Wegewart, und sein Kollege Gerhard Binder sind dafür verantwortlich, dass die Wege gut ausgeschildert und begehbar sind – und zwar im ganzen Albvereinsgau Stuttgart. Zweimal im Jahr, erzählt Wilhelm Wegmann, sollten die Wege begangen werden. „Man schaut, wo und was an Pflege erforderlich ist, welche Strecke optimiert, verlegt oder aufge­geben werden muss, beispielsweise wegen eines Neubaugebiets oder weil sie nicht so genutzt werden.“


Bei insgesamt rund 850 Kilometern Wanderstrecke rund um die Landeshauptstadt benötigen die Wegewarte dafür Helfer. Die sogenannten Wegepaten müssen nicht Mitglied im Albverein sein und werden von erfahrenen Wegwarten wie Wilhelm Wegmann in Online-Schulungen für ihre Aufgabe ausgebildet. „Die Wegepaten gibt es seit rund drei Jahren, im gesamten Albverein sind es rund 120. Und auch was dieses freiwillige Engagement angeht, haben wir einen unheimlichen Zulauf. Das hilft uns. Wir haben jetzt noch knapp 100 Kilometer unbetreute Wege“, berichtet Böttle. Der Fleggaweg gehört nicht dazu. Der im Oktober 2019 eingeweihte und neu ausgeschilderte Weg, gekennzeichnet mit einem gelben Ring, führt zu Degerlocher Sehenswürdigkeiten wie dem Santiago de Chile-Platz, der Schillerlinde oder dem Manneken Pis „Falterau“.


Trotz Corona hat die Ortsgruppe aber ein neues Angebot gestartet. Die „City Millenials“ sollen mit After-Work-Touren oder Happy-Saturday-Hikes jüngere und junggebliebene Wanderer von 21 bis 45 Jahren ansprechen. „Im Moment ruht zwar wie überall der Betrieb, aber wir hoffen, dass wir im Herbst wieder loslegen können“, erklärt Gisela Lott. 

Info: Degerloch gehört mit rund 500 Mitgliedern zu den größeren der 579 Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins. Sie wurde 1894 im damals noch selbstständigen, auf 480 Metern gelegenen Höhen- und Luftkurort gegründet und feierte 2019, noch unbelastet von der Pandemie, 125-Jahr-Jubiläum. Mehr über die Ortsgruppe Degerloch des Schwäbischen Albvereins gibt es unter: www.degerloch-albverein.eu.