Die Fraktion und die Grünen wollen die ehemalige Logistikhalle am Bahnhof Vaihingen für eine Interimsnutzung erhalten.

 

 

Eine großzügige Grünfläche, vielleicht ein Biergarten, ein Mobilitätszentrum, ein Studentenwohnheim: Die Ideen für das Gelände südöstlich der Gleise am Vaihinger Bahnhof sind vielfältig, aber auch schon ein paar Jahre alt. Derzeit wird die Fläche für andere Dinge gebraucht, unter anderem als Interimsquartier für die Abfallwirtschaft Stuttgart. Über die Zukunft des Quartiers sollen, nach Wunsch der Bezirksbeiräte, die Bürger mitentscheiden können. Das sogenannte Vaihinger Band gehörte einst dem Immobilienentwickler Aurelis, der zunächst selbst bauen wollte, dann aber das Interesse verlor. Längst hat die Stadt Stuttgart das Gelände gekauft, doch passiert ist dort seitdem nichts. Was genau und wo genau was auf der ehemaligen Aurelis-Fläche entsteht, werde die Stadt mit den Bürgern entwickeln, sagt Michael Hausiel vom Amt für Stadtplanung und Wohnen. Fakt ist, 2019 meldete die Stadt die Aurelis-Fläche als mögliches Projekt für die Internationale Bauausstellung (IBA) 2027 an – dessen Herzstück eine Mobilitätsdrehscheibe sein soll.

Jetzt haben Die Fraktion – Die Linke, SöS, Piraten und Tierschutz – und Bündnis 90/Die Grünen Anträge gestellt, die ehemalige Logistikhalle betreffend. Einen interfraktionellen Antrag gibt es schon. Vaihingens Bezirksbeiräte fordern darin einstimmig, das „ehemalige Aurelis-Areal komplett den Vaihingern als Erholungs- und Freizeitfläche“ zu überlassen. Alle Planungen für das Gelände sollen gestoppt und keine weiteren Fakten geschaffen werden, andernfalls werde die angedachte Bürgerbeteiligung zur Farce. Die Vertreter von Die Fraktion haben nun einen Antrag zur Logistikhalle nachgelegt, für die sie sich Interimsnutzungen vorstellen könnten. Beispiele werden in dem Antrag genannt, über den in der Sitzung des Vai­hinger Bezirksbeirats am Dienstag, 14. Juli, ab 18 Uhr im Rudi-Häussler-Bürgersaal diskutiert und abgestimmt werden soll. Da in diesem Sommer der Spielbetrieb für viele (kleine) Theater durch die Corona-Hygieneverordnungen stark einschränkt oder sogar unmöglich ist, sei die überdachte, gut belüftete Halle, die vor Sonneneinstrahlung und Regen schützt, als Spielstätte ideal.

Vorstellbar seien auch ein zeitlich begrenzter Biergarten oder eine Food-Hall, die Nutzung als sogenannte Kalthalle für sportliche Aktivitäten oder als Materiallager für den Eltern-Kind-Treff MüZe, der dort Sachen aus den Kindertreff-Räumen unterstellen könnte, die aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen zeitweise ausgeräumt werden mussten. Der Ortsverband Vaihingen von Bündnis 90/Die Grünen sorgt sich um mögliche Abrisspläne der Stadt Stuttgart und plädiert nicht nur wegen deren architektonischen Charmes für den Erhalt der Logistikhalle. Die Bezirksbeiräte fordern in ihrem Antrag die Verwaltung auf, den baulichen Zustand des Gebäudes zu dokumentieren, über Abrisspläne zu berichten und eine mögliche Planung oder Genehmigung umgehend zu stoppen und bis zur vorgesehenen offenen Bürgerbeteiligung zurückzustellen. Außerdem sollten der Bezirksbeirat und Gemeinderat in das Vorgehen in Sachen Logistikhalle miteinbezogen werden.

 

 

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