Für den Synergie-Park Vaihingen/Möhringen soll ein Gesamtverkehrskonzept aufgestellt werden.

 

 

Lastwagen, Pkw, Moped, Radfahrer und Fußgänger: In und um den Synergie-Park Vaihingen/Möhringen pulsiert der Verkehr. Das tägliche Chaos auf den Straßen belastet Beschäftigte der ansässigen Betriebe, deren Kunden und Lieferanten, und auch die Vaihinger und Möhringer. Nun ist ein „Zukunftsdialog Radverkehr“ gestartet, in dem die Firmen im Indus­triegebiet mit Vertretern der Fahrradlobby nach einem Gesamtverkehrskonzept suchen und in dem sie ihre vielfältigen Mobi­litätskonzepte vorstellen, mit denen sie Mitarbeiter zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad motivieren wollen.

Einfach ist das nicht, erklärte Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding AG. „Viele Firmen haben attraktive Konzepte, aber oft ist der Umstieg auf ÖPNV oder Rad aufgrund großer Distanzen, Topografie und schlechter Anbindung vom Wohnort zum Arbeitgeber für den Großteil der Beschäftigten nicht zumutbar.“ Bei Lapp gibt es 55 Radabstellplätze, neun Steckdosen für kostenfreies Laden, neun Duschen und 56 Schließfächer. Außerdem besteht das Angebot des vergünstigten Radkaufs. Das VVS-Firmenticket wird mit 35 Euro bezuschusst, und vor vier Jahren wurde die Haltestelle Lapp Kabel der U 12 eingeweiht. Die Beschäftigten in der Dekra-Hauptverwaltung bekommen einen Zuschuss zum SSB/VVS-Firmenticket von bis zu 110 Euro pro Monat, und bei Scharr erhalten alle, die mit dem Fahrrad kommen, eine „Fahrradprämie“, die je nach Entfernung berechnet wird.

Aktuelle Studien belegen dennoch, dass 80 Prozent der Beschäftigen mit dem Auto zum Arbeitsplatz kommen und nur rund sechs Prozent mit dem Fahrrad. Allerdings könnten verbesserte Rahmenbedingungen für Radfahrer und Nutzer des ÖPNV den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel weiter fördern. Deshalb verabschiedeten die Firmenvertreter im Synergie-Park, die Vertreter des ADFC, des Bürgerbegehrens Radentscheid Stuttgart sowie des Verkehrsclubs Deutschland Kreisverband Stuttgart (VCD) erstmals ein gemeinsames Statement. Darin versichern sie, dass die Firmen und Vertreter der Fahrradverbände den Bedarf für einfach und sicher geführte Radwege im und um den Synergie-Park sehen. Benötigt werde jetzt ein integriertes Gesamtverkehrskonzept für alle Verkehrsteilnehmer – für Auto- und Lkw-Fahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger.

 

 

Zukunft

„Wir sehen gute Ansätze und hoffen, dass bald das erste Unternehmen im Industriegebiet vom ADFC als fahrradfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert werden kann“, erklärte Cornelius Gruner, Vorsitzender des ADFC Stuttgart. Der Dialog für ein Gesamtverkehrs­konzept soll auf alle Fälle weitergehen.