Pfarrer Dieter Kümmel blickt zurück auf die Entwicklung der Zuffenhäuser Kirchengemeinde und freut sich auf neue Chancen.

 

 

Seit 20 Jahren ist Dieter Kümmel Pfarrer an der Pauluskirche in Zuffenhausen. Am 25. Mai 2000 wurde er vom Kirchengemeinderat unter der Leitung von Helga Klempt und Pfarrer Ulrich Vallon im Paulus-Stüble auf die Pfarrstelle gewählt. „In meiner Ausbildung zum Pfarrer war ich in ländlichen Gemeinden. Bewusst habe ich mich damals für eine Gemeinde in der Stadt beworben. Zuffenhausen war mir vorher nur über mein Kreidler-Mofa bekannt und wurde dann auserwählt“, sagt Dieter Kümmel. Nun verabschiedet er sich. Ab Februar erwarten Dieter Kümmel neue Herausforderungen. Er freut sich auf eine spannende Zeit als Seelsorger in der Justizvollzugs­anstalt Stammheim. „Seelsorge war immer ein Teil meiner Arbeit. In jungen Jahren habe ich eine Ausbildung in Gesprächsführung gemacht. Frau Kling von der ambulanten Hospizgruppe habe ich zu verdanken, dass ich nicht alles verlernt habe. Sie hat mich wagemutig (ich wollte gar nicht) jedes Jahr zur Einführung in dieses Thema als Referent eingeladen. Jetzt rückt Seelsorge ins Zentrum“, sagt Kümmel.

Klar sei für ihn gewesen, dass keine Kirchengemeinde dem Vergleich mit Zuffenhausen standhalten könne. So hat er sich für einen grundlegenden Wechsel in seinem Tätigkeitsfeld entschieden. Fast 30 Jahre sei er als Pfarrer Generalist gewesen, jetzt freue er sich auf eine Zeit als Spezialist und auf die Fokussierung auf ein Thema. Der Abschied von der Kirchengemeinde Zuffenhausen ist ein großer Schritt. Dieter Kümmel blickt auf eine Zeit der Entwicklung zurück, beruflich und privat. „Dass es so wurde, wie es geworden ist, hätte ich anfangs nicht einmal zu träumen gewagt. Ich bin eher ein vorsichtiger, skeptischer Mensch. Für mich hat es im Laufe der Zeit aber in mannigfaltiger Weise einfach hier gepasst. Viele liebe Menschen haben es mir in Zuffenhausen leicht gemacht. Viel Vertrauen wurde mir immer wieder geschenkt, das ist alles andere als selbstverständlich, dafür bedanke ich mich an dieser Stelle auch ganz herzlich.“

Er selbst habe als Pfarrer eine Entwicklung vom Ich zum Wir vollzogen: „Fast immer habe ich eigentlich in verschiedenen Teams neue Projekte entwickelt: Mittendrin-Gottesdienst-Team, Kirchenschmaus-Team, Bücherecke-Team, Vorstand Krankenpflegeverein, Kirchengemeinderat. Da waren viele tolle, engagierte Menschen und gemeinsam haben wir die letzten Jahre viele Angebote entwickelt.“ Es gab reichlich Momente, die Dieter Kümmel lieb in Erinnerung bleiben werden. Wo da anzufangen und wo aufzuhören wäre, wisse er nicht.

Die Kirchengemeinde in Zuffenhausen war und ist für ihn besonders. „Viele reden von offener Kirche (in vielfachem Sinn), es bleibt meist beim Gerede, Zuffenhausen hat’s wirklich gemacht. Im Leitungsgremium, dem Kirchengemeinderat haben wir dabei immer sehr wenig Energie nach innen verloren, vielmehr neue Projekte diskutiert und dann auch einmütig gemeinsam getragen. Und da war eine tolle Mesnerin, Hannah Bühler, die alles begleitet hat“, sagt er. Das Jahr 2021 bringt für Dieter Kümmel eine große Veränderung. So ein wenig, sagt er, sehe er dies als Chance, sich als Pfarrer neu zu erfinden.