Schwimmspaß ohne Leistungsdruck

Der Verein für volkstümliches Schwimmen Stuttgart 1924 steht seit 100 Jahren für Breitensport und Schwimmunterricht.

Der Verein für volkstümliches Schwimmen, abgekürzt VfvS, hat in seiner Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt, doch er hat sich immer über Wasser gehalten. Seit dem 5. Januar 1924 bereichert der VfvS die Stuttgarter Vereinslandschaft, und seit den Anfängen widmet er sich dem Breitensport im Schwimmen und im Wasserball. Das 100-Jahr-Jubiläum wird im Juni mit einer Festveranstaltung im Alten Feuerwehrhaus in Heslach, Stuttgart-Süd, gebührend gefeiert.
Es ging den Vereinsvorderen um den ersten Vorsitzenden Friedrich Dinges nicht darum, wettbewerbstaugliche Schwimmer hervorzubringen. Sie wollten Menschen das Schwimmen beibringen und sie für den Schwimmsport begeistern. Schon immer hat der Verein Kurse für Nichtschwimmer angeboten, und vor allem Kinder sollten die lebensrettende Fähigkeit erlernen können.

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Nach dem Ersten Weltkrieg waren Arbeitersportvereine politisch sehr aktiv

Die Ursprünge des Vereins liegen etwas tiefer, als das Gründungsjahr 1924 vermuten lässt. Denn nach dem Ersten Weltkrieg waren Arbeitersportvereine politisch sehr aktiv, aber die Mitglieder untereinander sich nicht immer einig. Gegründet wurde der VfvS von ehemaligen Mitgliedern des Arbeiter-Wassersportverbands, die gemäßigt sozialdemokratisch gesinnt waren und sich politisch von anderen linken Strömungen abgrenzen wollten.
Der neue Stuttgarter Verein legte gleich einen guten Start hin. In den ersten Jahren hatte er eine Schwimmstelle mit Vereinshaus am Neckar, später feste Schwimmzeiten im 1929 erbauten Heslacher Stadtbad, das bis heute die Heimat des Vereins ist. Doch nach der Machtergreifung Hitlers stand der Verein vor dem Aus. Die politischen Überzeugungen der Vereinsmitglieder stimmten nicht mit der Ideologie der neuen Machthaber überein. Dem damaligen Vorstand gelang es mit Mühe, den Schwimmverein zu retten. Nach 1945 stand dem Verein das Wasser aber schon wieder bis zum Hals: Viele Mitglieder waren im Krieg gefallen, andere mussten sich um den Wiederaufbau ihrer Existenzgrundlage kümmern, und es gab auch keinen Ort mehr zum Schwimmen. Die Mitgliederzahl sank auf wenige Dutzend. In den Folgejahren gelang es dem Vorstand, von alliierten Vertretern in Stuttgart die Zusage zu Übungsstunden im Heslacher Bad zu bekommen. Der Verein schwamm wieder obenauf, und die Mitgliederzahl stieg zwischenzeitlich auf über 300 an.

Rund 200 Mitglieder - Wasserball- und Schwimmtraining als Breitensport

Seit mehreren Jahrzehnten zählt der Verein rund 200 Mitglieder. Dank des Engagements der ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer ist er weiterhin ein fester Bestandteil des Stuttgarter Vereinslebens. Dabei ist der VfvS immer ein familiärer Verein geblieben. Er fördert den Nachwuchs, um das Vereinsleben über das Training hinaus lebendig und attraktiv zu gestalten. Es gibt Veranstaltungen wie Sommer- und Weihnachtsfeste mit Kinderprogramm, Ausflüge und auch Wettkämpfe, um die Kräfte mit anderen Vereinen freundschaftlich zu messen.
„Neben dem Wasserball, dessen Mannschaften auch gegen überregionale Gegner antreten, und dem Schwimmtraining steht der Breitensport und vor allem, Kindern und Jugendlichen das Schwimmen zu lehren, im Mittelpunkt“, sagt Johannes Knigge, der Vorsitzende des Vereins. Auch künftig werde der VfvS keine Kaderschmiede für Leistungssportler sein. „Er ist und bleibt ein Verein für all diejenigen, die sich im Wasser wohlfühlen. Uns verbindet der Spaß und das Bestreben, fit zu bleiben.“

www.vfvs-stuttgart.de